ETF-Sparplan für Kinder 2026: So legst du für deinen Nachwuchs an

Wer früh anfängt, hat den mächtigsten Verbündeten auf seiner Seite: den Zinseszinseffekt. Ein ETF-Sparplan für Kinder ist eine der klügsten finanziellen Entscheidungen, die Eltern und Großeltern treffen können. Wie du ein Depot einrichtest, welche ETFs sich eignen und welche Steuervorteile du nutzen kannst, erkläre ich dir in diesem Artikel.

Warum so früh wie möglich anfangen?

Der Unterschied zwischen 10 und 18 Jahren Anlagezeit ist enorm. Bei einem monatlichen Sparplan von 100 € und 7 % durchschnittlicher Jahresrendite ergibt sich folgendes Bild:

Startpunkt Laufzeit Eingezahlt Depotwert (ca.)
Geburt (0 Jahre) 18 Jahre 21.600 € ca. 43.000 €
Alter 5 13 Jahre 15.600 € ca. 27.000 €
Alter 10 8 Jahre 9.600 € ca. 15.000 €

Wer ab Geburt spart, hat mit 18 Jahren fast dreimal so viel wie jemand, der erst mit 10 Jahren beginnt.

Depot für Kinder: Wer eröffnet es und wie?

Kinder können kein eigenes Depot führen – ein Elternteil oder Erziehungsberechtigter eröffnet es im Namen des Kindes. Das geht bei den meisten Online-Brokern direkt online. Wichtig: Das Depot gehört dem Kind, nicht den Eltern. Das hat steuerliche Vorteile, bedeutet aber auch, dass das Kind mit 18 Jahren frei über das Geld verfügen kann.

Bei Trade Republic lässt sich ein Kinderdepot unkompliziert über die App einrichten – kostenlose Depotführung, Sparpläne ab 1 €.

Steuerliche Vorteile: Sparerpauschbetrag für Kinder

Auch Kinder haben einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr. Mit einem Freistellungsauftrag auf das Kinderdepot bleiben Kapitalerträge bis zu diesem Betrag steuerfrei. Bei einem Depot-Endwert von 43.000 € fallen beim Verkauf Steuern an – aber auf die jährlichen Ausschüttungen oder Vorabpauschalen kann der Freibetrag des Kindes angerechnet werden. Alles Wichtige dazu erkläre ich im Artikel zum Freistellungsauftrag.

Welche ETFs eignen sich für Kinder?

Für den langen Anlagehorizont von 10–18 Jahren empfehlen sich breit gestreute, kostengünstige ETFs. Komplexität ist nicht nötig – ein einziger Welt-ETF reicht völlig aus.

ETF-Typ Beispiel TER Geeignet für
MSCI World iShares Core MSCI World 0,20 % p.a. Solide Basis, 23 Länder
FTSE All-World Vanguard FTSE All-World 0,22 % p.a. Breiter, inkl. Schwellenländer
MSCI ACWI iShares MSCI ACWI 0,20 % p.a. Alternative zum FTSE All-World

Thesaurierende ETFs (ohne Ausschüttungen) sind für lange Sparzeiträume besser, weil Gewinne automatisch wieder angelegt werden. Mehr dazu im Artikel Ausschüttend oder thesaurierend.

Wie viel monatlich sparen?

Es gibt kein Minimum – auch 25 € monatlich sind ein guter Start. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit. Wer Kindergeld erhält (250 € monatlich in 2026), kann einen festen Teil direkt auf den Sparplan umleiten. Auch einmalige Geldgeschenke zu Geburtstagen oder Weihnachten lassen sich unkompliziert in den ETF investieren. Den vollständigen Einstieg erkläre ich in meinem ETF-Sparplan Einsteiger-Guide.

FAQ: ETF-Sparplan für Kinder

Ab welchem Alter kann man ein Kinderdepot eröffnen?
Sofort nach der Geburt. Eltern oder Erziehungsberechtigte eröffnen das Depot im Namen des Kindes. Bei den meisten Brokern geht das vollständig online.
Kann mein Kind mit 18 Jahren das Depot auflösen?
Ja. Das Depot gehört dem Kind – ab 18 Jahren kann es frei darüber verfügen. Wer das verhindern möchte, sollte das Geld stattdessen auf einem Depot der Eltern anlegen und es zu einem selbst gewählten Zeitpunkt übertragen.
Welcher ETF ist am besten für Kinder geeignet?
Ein breit gestreuter, kostengünstiger Welt-ETF wie der MSCI World oder FTSE All-World reicht völlig aus. Kein Bedarf für komplizierte Mischstrategien bei einem Anlagehorizont von über 10 Jahren.
Wie nutze ich den Sparerpauschbetrag für mein Kind?
Stelle bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag auf das Kinderdepot in Höhe von bis zu 1.000 € pro Jahr. Dann werden Kapitalerträge bis zu diesem Betrag automatisch steuerfrei gestellt.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Steuerliche Regelungen können sich ändern – bitte im Zweifelsfall einen Steuerberater konsultieren. Weitere Informationen findest du im Impressum & Datenschutz.

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