Freistellungsauftrag: Was er ist und warum du ihn unbedingt einrichten solltest

Du hast ein Depot eröffnet oder planst es – und niemand hat dir erklärt was ein Freistellungsauftrag ist? Das ist leider sehr häufig. Dabei ist der Freistellungsauftrag eine der einfachsten Möglichkeiten, legal Steuern zu sparen. In diesem Artikel erklären wir dir alles was du wissen musst – verständlich und ohne Steuerlatein.


Was ist ein Freistellungsauftrag?

In Deutschland musst du auf Kapitalerträge – also auf Gewinne aus ETFs, Aktien, Zinsen und Dividenden – grundsätzlich 25% Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag zahlen (effektiv 26,375%).

Der Freistellungsauftrag ist dein persönlicher Steuerfreibetrag für Kapitalerträge. Er stellt sicher, dass du auf die ersten 1.000€ Kapitalerträge pro Jahr keine Steuer zahlst. Bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnerschaften sind es sogar 2.000€ pro Jahr.

Ohne Freistellungsauftrag zieht dein Broker sofort Steuern ab – auch wenn du noch gar nicht die 1.000€ Grenze erreicht hast. Du bekommst das Geld zwar über die Steuererklärung zurück, aber das bedeutet unnötigen Aufwand.


Wann lohnt sich der Freistellungsauftrag?

Immer. Es gibt keinen einzigen Fall in dem es sinnvoll ist, keinen Freistellungsauftrag einzurichten. Er kostet nichts, er schadet nicht und er spart dir Geld – oder zumindest Bürokratie.

Selbst wenn du im ersten Jahr nur 50€ Kapitalerträge erzielst, ist es wichtig den Freistellungsauftrag eingerichtet zu haben. Denn sobald dein Depot wächst, wächst auch der Vorteil.


Wie viel sparst du konkret?

Kapitalerträge pro Jahr Ohne Freistellungsauftrag Mit Freistellungsauftrag Ersparnis
500€ 131,88€ Steuer 0€ Steuer 131,88€
1.000€ 263,75€ Steuer 0€ Steuer 263,75€
1.500€ 395,63€ Steuer 131,88€ Steuer (nur auf 500€) 263,75€

Bis zu 263,75€ pro Jahr kannst du als Einzelperson legal steuerfrei behalten – einfach durch das Einrichten eines Freistellungsauftrags.


Wo und wie richtest du ihn ein?

Der Freistellungsauftrag wird direkt bei deinem Broker eingerichtet – nicht beim Finanzamt. Das geht bei allen modernen Neobrokern direkt in der App oder auf der Website.

Bei Trade Republic:

  1. App öffnen → Einstellungen (Zahnrad-Symbol)
  2. „Steuereinstellungen" oder „Freistellungsauftrag" wählen
  3. Betrag eingeben – maximal 1.000€ (Singles) oder 2.000€ (Ehepaare)
  4. Bestätigen – fertig

Der Prozess dauert weniger als 2 Minuten. Noch kein Depot? Eröffne es jetzt kostenlos:

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Wichtige Regeln zum Freistellungsauftrag

Regel 1: Maximalbetrag nicht überschreiten
Du darfst insgesamt nicht mehr als 1.000€ (Singles) bzw. 2.000€ (Ehepaare) an Freistellungsaufträgen bei allen Banken und Brokern zusammen einrichten. Wenn du bei mehreren Brokern investierst, musst du den Betrag aufteilen.

Beispiel bei zwei Brokern:

  • Trade Republic: 600€ Freistellungsauftrag
  • Scalable Capital: 400€ Freistellungsauftrag
  • Gesamt: 1.000€ – korrekt ✅

Regel 2: Jährlich überprüfen
Der Freistellungsauftrag gilt in der Regel dauerhaft, bis du ihn änderst oder widerrufst. Wenn du bei einem neuen Broker ein Depot eröffnest, vergiss nicht dort ebenfalls einen einzurichten.

Regel 3: Auch bei kleinen Beträgen einrichten
Selbst wenn du im ersten Jahr kaum Erträge erwartest – richte ihn trotzdem ein. Es schadet nicht und du vergisst es sonst.


Was zählt als Kapitalertrag?

Auf folgende Erträge wird der Freistellungsauftrag angerechnet:

  • Dividenden von Aktien und ETFs
  • Ausschüttungen von ausschüttenden ETFs
  • Kursgewinne beim Verkauf von Wertpapieren
  • Zinsen auf Tagesgeld, Festgeld oder das Verrechnungskonto
  • Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs

Den Unterschied zwischen ausschüttenden und thesaurierenden ETFs und was das steuerlich bedeutet erklärt unser Artikel Ausschüttend oder thesaurierend – welcher ETF-Typ ist der richtige?


Freistellungsauftrag und Steuererklärung

Wenn du deinen Freistellungsauftrag korrekt eingerichtet hast und deine Kapitalerträge unterhalb von 1.000€ bleiben, musst du diese in der Regel nicht in der Steuererklärung angeben. Dein Broker erledigt alles automatisch.

Überschreitest du die 1.000€ Grenze, führt dein Broker die Steuer auf den übersteigenden Betrag automatisch ans Finanzamt ab – auch das läuft ohne dein Zutun.

Tipp: Trotzdem lohnt sich eine Steuererklärung wenn dein persönlicher Steuersatz unter 25% liegt – dann kannst du zu viel gezahlte Abgeltungssteuer zurückfordern.


Häufige Fehler beim Freistellungsauftrag

  • Vergessen einzurichten – der häufigste Fehler, kostet jährlich bis zu 263,75€
  • Zu hohen Betrag eintragen – nie mehr als 1.000€ insgesamt über alle Broker
  • Bei neuem Broker vergessen – bei jedem neuen Depot neu einrichten
  • Nach Heirat nicht anpassen – nach der Heirat auf 2.000€ erhöhen

Fazit

Der Freistellungsauftrag ist eine der einfachsten und effektivsten Möglichkeiten, legal Steuern zu sparen. Er kostet nichts, dauert 2 Minuten und spart dir jedes Jahr bis zu 263,75€. Es gibt keinen einzigen Grund ihn nicht einzurichten.

Richte ihn heute noch ein – am besten direkt bei der Depot-Eröffnung. Wie du ein Depot eröffnest erklärt unsere Schritt-für-Schritt Anleitung.

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