Depot-Kosten senken 2026: So sparst du als Anleger bares Geld

Kosten sind der einzige Faktor beim Investieren, den du vollständig kontrollieren kannst. Die Marktrendite gehört allen – aber wer unnötig hohe Gebühren zahlt, verschenkt über Jahrzehnte Tausende Euro. In diesem Artikel zeigen wir, welche Kosten beim Investieren anfallen, wie du sie erkennst – und wie du sie systematisch reduzierst.

Diese Kostenarten solltest du kennen

Die meisten Anleger kennen die Ordergebühren – aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Hier ein Überblick über alle relevanten Kostenarten:

Kostenart Wo anfallend Typische Höhe
Depotgebühr Broker / Bank 0–50 € / Jahr
Ordergebühren Broker / Bank 0–12,90 € / Order
TER (ETF-Kosten) Im ETF enthalten 0,07–0,50 % p.a.
Sparplangebühren Broker 0–1,5 % pro Ausführung
Handelsplatzgebühren Börse / Handelsplatz 0–2 € / Order
Fremdwährungsgebühren Broker 0–1,5 % je Transaktion
Ausgabeaufschlag (Fonds) Aktiv gemanagte Fonds Bis zu 5 % einmalig

Der größte Kostenfresser: Die TER

Die Gesamtkostenquote (TER – Total Expense Ratio) ist die jährliche Gebühr, die direkt aus deinem ETF-Vermögen entnommen wird – ohne dass du sie explizit siehst. Sie erscheint nicht auf deiner Abrechnung, schmälert aber täglich deine Rendite.

Rechenbeispiel: Du hast 50.000 € in einem ETF mit TER 0,50 % vs. 0,07 %:

  • ETF mit 0,50 % TER: 250 € Kosten pro Jahr
  • ETF mit 0,07 % TER: 35 € Kosten pro Jahr
  • Unterschied: 215 € jährlich – über 20 Jahre mit Zinsen ca. 8.600 € Unterschied!

Die gute Nachricht: Auf populäre Welt-ETFs wie den MSCI World oder FTSE All-World gibt es mittlerweile Produkte mit einer TER von nur 0,07–0,10 %. Mehr Informationen dazu gibt es in unserem Artikel zu ETF Kosten und der TER.

Brokervergleich: Wer ist am günstigsten?

Broker Depotgebühr ETF-Sparplan Einzel-Order
Trade Republic 0 € 0 € (kostenlos) 1 € / Order
Scalable Capital (Free) 0 € 0 € (auf viele ETFs) 0,99 € / Order
comdirect 0 € (mit Umsatz) 1,5 % (Mindest 1,50 €) 12,90 € + 0,25 %
ING 0 € 0 € (Auswahl-ETFs) 4,90 € + 0,25 %
Hausbank / Sparkasse 0–60 € / Jahr 1,5–2,5 % p. Ausführung 15–30 € + Aufschläge

Stand: Juni 2026 – immer aktuelle Konditionen direkt beim Broker prüfen!

5 konkrete Tipps zum Depot-Kosten senken

  1. Zum Neobroker wechseln: Trade Republic oder Scalable bieten kostenlose Depots und Sparpläne. Wer noch bei der Hausbank investiert, zahlt oft 10x mehr. Ein Brokervergleich lohnt sich.
  2. ETF mit niedrigster TER wählen: Unter ähnlichen ETFs auf denselben Index immer die günstigste Variante bevorzugen. Oft liegt der Unterschied bei 0,10–0,30 % – was über Jahrzehnte Tausende Euro ausmacht.
  3. Auf Sparpläne setzen statt häufig ordern: Sparplanausführungen sind bei Neobrokern kostenlos. Wer regelmäßig kauft statt einmalig, spart Ordergebühren und profitiert vom Cost-Average-Effekt.
  4. Aktiv gemanagte Fonds meiden: Ausgabeaufschläge bis 5 % und jährliche Kosten von 1,5–2,5 % statt 0,07–0,20 % bei ETFs – der Renditeunterschied über Jahrzehnte ist enorm.
  5. Depotübertrag prüfen: Wer noch bei einem teuren Broker ist, kann das Depot steuerneutral übertragen lassen – ohne Verkäufe und ohne Steuern.

Einen kostenlosen ETF-Sparplan ohne Depotgebühren kannst du direkt bei Trade Republic einrichten – in wenigen Minuten, ab 1 € im Monat.

FAQ: Häufige Fragen zu Depot-Kosten

Warum sehe ich die TER nirgendwo auf meiner Abrechnung?
Die TER wird täglich direkt aus dem ETF-Fondsvermögen entnommen – sie erscheint daher nicht als separate Buchung. Du siehst lediglich, dass der ETF-Kurs minimal langsamer steigt als der zugrundeliegende Index. Ein ETF-Anbieter veröffentlicht die TER im Factsheet des ETFs.

Ist ein teurer Broker mit besserem Service sein Geld wert?
Für die meisten Privatanleger, die passiv in ETFs investieren, nein. Neobroker bieten zuverlässige Systeme, Regulierung durch BaFin und solide Einlagensicherung. Der Service-Mehrwert teurer Broker rechtfertigt die Kostendifferenz selten.

Lohnt es sich, für günstigere ETFs ins Ausland zu wechseln?
Nicht nötig – günstige ETFs (TER unter 0,10 %) sind problemlos bei deutschen Brokern erhältlich und über die bekanntesten europäischen ETF-Anbieter (iShares, Amundi, Xtrackers, Vanguard) verfügbar.

Werden günstige Neobroker auch in 20 Jahren noch existieren?
Keine Garantie – aber dein Depot ist Sondervermögen und damit auch im Fall einer Brokerinsolvenz geschützt. Du könntest das Depot dann zu einem anderen Anbieter übertragen. Das Risiko eines Brokerausfalls ist für Depot-Inhaber gering.


Haftungsausschluss: Alle Gebührenangaben in diesem Artikel basieren auf dem Stand Juni 2026 und können sich ändern. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Weitere Hinweise findest du in unserem Impressum & Datenschutz.

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