Depot übertragen 2026: So wechselst du den Broker einfach und ohne Steuern zu zahlen

Der aktuelle Broker passt nicht mehr zu dir? Zu hohe Kosten, schlechter Service oder ein besseres Angebot lockt dich woanders hin? Ein Depotübertrag ist einfacher als du denkst – und in den meisten Fällen steuerfrei. Wir erklären, wie es funktioniert.

Warum Anleger den Broker wechseln

Die häufigsten Gründe für einen Depotübertrag sind Kostenunterschiede (günstigere Ordergebühren oder kostenlose Sparpläne), ein besseres Produktangebot, eine benutzerfreundlichere App oder der Wunsch, alles an einem Ort zu bündeln. Gerade seit Neobroker wie Trade Republic und Scalable Capital dominieren, haben viele Anleger noch alte Depots bei der Hausbank oder einem klassischen Direktbroker.

Depotübertrag vs. Verkauf und Neukauf: Was ist besser?

Viele denken beim Brokerwechsel sofort ans Verkaufen – das ist aber in der Regel der schlechtere Weg. Wer verkauft, realisiert Gewinne und löst damit sofort Abgeltungssteuer aus. Ein Depotübertrag hingegen ist steuerlich neutral: Die Anschaffungskosten und -daten der Wertpapiere werden einfach mitgenommen. Du zahlst erst Steuer, wenn du tatsächlich verkaufst.

Methode Steuern Aufwand Empfehlung
Depotübertrag Steuerneutral 1 Formular, 2–4 Wochen Wartezeit ✅ Fast immer besser
Verkauf + Neukauf Sofortige Steuer auf Gewinne Mehrere Transaktionen nötig ❌ Nur in Ausnahmefällen

Schritt-für-Schritt: Wie ein Depotübertrag funktioniert

  1. Neues Depot eröffnen: Zunächst ein Konto beim neuen Broker anlegen – zum Beispiel bei Trade Republic. Depots können in wenigen Minuten online eröffnet werden.
  2. Übertragungsauftrag beim neuen Broker stellen: Der neue Broker kümmert sich in der Regel um alles. Du füllst nur ein Übertragungsformular aus mit Depot-Nr. und BIC des alten Brokers.
  3. Geduld haben: Der Übertrag dauert 2–6 Wochen, je nach Broker und Wertpapiertyp. Während dieser Zeit können Positionen ggf. nicht gehandelt werden.
  4. Altes Depot kündigen: Erst wenn alle Wertpapiere übertragen wurden und auf dem neuen Depot erscheinen, das alte Depot schließen.

Was kostet ein Depotübertrag?

Gute Nachrichten: Viele Broker verlangen keine Gebühren für den Eingang von Wertpapierüberträgen. Manche alte Broker berechnen hingegen eine Ausgabegebühr pro Position. Hier lohnt es sich, vorab nachzufragen.

Broker Depotübertrag eingehend Depotübertrag ausgehend
Trade Republic Kostenlos Kostenlos
Scalable Capital Kostenlos Kostenlos
comdirect Kostenlos Bis 29,90 € pro Pos.
ING Kostenlos Teils Gebühren
Hausbank / Sparkasse Teils Gebühren Oft 25–50 € pro Position

Stand Juni 2026 – Konditionen können sich ändern. Immer direkt beim Broker anfragen.

Wichtige Hinweise und häufige Fehler

  • Freistellungsauftrag neu einrichten: Der Freistellungsauftrag beim alten Broker gilt nicht mehr – beim neuen Broker neu beantragen!
  • Sparplan nicht vergessen: Bestehende Sparpläne beim alten Broker laufen weiter, bis du sie dort kündigst. Beim neuen Broker separat neu einrichten.
  • Nicht alle ETFs sind übertragbar: Manche Broker-eigene ETFs oder Bruchstücke können nicht übertragen werden. Diese vorab klären.
  • Jahressteuerbescheinigung: Am Jahresende gibt es zwei Bescheinigungen – vom alten und neuen Broker. Beide für die Steuererklärung aufbewahren.

FAQ: Häufige Fragen zum Depotübertrag

Kann ich auch nur einen Teil meines Depots übertragen?
Ja – du kannst einzelne Positionen oder bestimmte Wertpapiere übertragen und den Rest beim alten Broker lassen. Das ist sinnvoll, wenn nicht alle ETFs beim neuen Broker gehandelt werden können.

Muss ich meinen alten Broker davon informieren?
In der Regel nein. Der neue Broker kontaktiert den alten im Rahmen des Übertragsprozesses automatisch. Du musst nur sicherstellen, dass deine Identität beim alten Broker vollständig verifiziert ist (falls nicht, kann es zu Verzögerungen kommen).

Was passiert mit meinen Dividenden während des Übertrags?
Dividenden und Ausschüttungen, die während des Übertrags fällig werden, landen in der Regel trotzdem auf deinem alten Konto – oder werden im Übertragsprozess gesondert abgewickelt. Das ist brokerabhängig und sollte vorab geklärt werden.

Wie lange dauert ein Depotübertrag mindestens?
Mindestens 2 Wochen, in vielen Fällen eher 3–4 Wochen. Bei komplexen Depots mit vielen Positionen oder speziellen Wertpapieren kann es auch länger dauern. Daher keine Depotüberträge planen, wenn du kurzfristig handeln möchtest.


Haftungsausschluss: Alle Angaben zu Gebühren und Konditionen sind Stand Juni 2026 und können sich jederzeit ändern. Dieser Artikel stellt keine Anlage- oder Finanzberatung dar. Weitere Hinweise findest du in unserem Impressum & Datenschutz.

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